Lübben im Oktober

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

die Kultur ist der Beitrag des Menschen zur Natur und (kulturelle) Bildung ist kein Selbstzweck, sondern wichtiger Teil der Daseinsvorsorge. Welch wichtige Rolle dabei das Ehrenamt in Lübben spielt, ist Mitte des Monats September auf  Neuhaus deutlich und in einem festlichen Rahmen gewürdigt geworden. Stellvertretend für viele Akteure in Lübben sind in diesem Jahr Menschen ausgezeichnet worden, die sich für die Verkehrserziehung, Förderung kultureller Vielfalt und beispielhaft für eine hohe Lebensqualität in den dörflich geprägten Stadtteilen einsetzen.

Wie wichtig dabei neue Wege der (Bürger-) Beteiligung und Kommunikation sind, auch um ehrenamtliches Engagement zu fördern, ist einmal mehr bei den Diskussionen um die Erschließung der Paddenbrücke und der Sanierung der Neugasse deutlich geworden.

Angemessene und qualifizierte Beteiligungsverfahren sind auch für die die zukünftige Entwicklung des Lübbener Nordens notwendig. Mit einem Architekturwettbewerb zur Errichtung einer KITA wird es hoffentlich einen neuen Impuls für die Stadtentwicklung im Bereich des Eichengrundes geben, der vielleicht auch wieder Diskussionen um die Errichtung eines Schwimmbades möglich macht.

Davon hätten alle Lübbener zu jeder Jahreszeit einen „Mehrwert“ an Lebensqualität, für die Schulen wäre es ein Segen für den Schwimmunterricht der Grundschüler und sicherlich auch ein Beitrag für die Stärkung des Gesundheitsstandortes.

Die Stadt Lübben mit den Stadtteilen Steinkirchen, Treppendorf, Hartmannsdorf, Neuendorf, Groß und Klein Lubolz sowie Radensdorf hat ca. 200 Straßen, Plätze und Wege, die einen Namen haben.

Davon haben 19 Straßen einen Namen, der von einer Persönlichkeit abgeleitet wurde. 17 Straßennamen bestanden bereits vor 1989 und haben keinen oder nur einen schwachen Bezug zu Lübben. Nur Paul Gerhardt, Ernst von Houwald und Johann Wilhelm Neumann haben in Lübben gelebt und gewirkt. Allerdings hat Lübben noch weitere Persönlichkeiten vorzuweisen, die mit einem Straßen-, Platz- oder Brückennamen geehrt werden sollten.

Dazu gehören Persönlichkeiten, wie der Botaniker und Afrikaforscher Rudolf Marloth, der Verleger und Herausgeber der „Voss`schen Zeitung“ Christian Friedrich Voss,  der Herausgeber und Lübbener Drucker Johann Michael Driemel, der in Treppendorf geborene Maler und Rheinische Expressionist Hans Thuar, der Geigenbaumeister Otto Seifert, die Malerinnen Marie Elisabeth Moritz und Frieda Boehr, die Erzählerinnen und Kinderbuchautorinnen Ottilie Schwahn und Marie von Houwald,  der „Riesengebirgsmaler“ Erich Steyer,  der Begründer der ersten Leinwandmanufaktur Christian Böhmer, der erste Superintendent der Niederlausitz Georg von Hutten und viele andere mehr.

Zunächst soll nun auf der Versuch unternommen werden, dem international anerkannten Botaniker Rudolf Marloth eine Straße zu widmen. Dies wurde immer wieder von vielen Lübbenern vorgeschlagen, nicht zuletzt erst kürzlich vom Freundeskreis für Lübben.

Christiana Orphal/ Thomas Fischer

Bündnis 90/ Grüne

Artikel kommentieren