Bessere Rahmenbedingungen für Kitas und Horte

Dr. Anika Darmer auf einer Podiumsdiskussion in Zeuthen

Die Debatte über eine bessere Bildungspolitik reißt auch nach der Ernennung des neuen Bildungsministers Gordon Hoffmann (CDU) nicht ab. Die Bündnisgrünen in Dahme-Spreewald pochen auf mehr Personal, eine verlässliche Finanzierung und schnellere Unterstützung für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Zugleich warnen sie vor den Folgen aktueller Kürzungen.

Der Landkreis Dahme-Spreewald hat beschlossen, die Kommunen ab 2026 nur noch für eine tägliche Betreuungszeit von maximal acht Stunden in Kitas und Krippen sowie fünf Stunden in Horten finanziell zu unterstützen. Die bisherige dritte Betreuungsstufe, die eine über diese Zeiten hinausgehende Betreuung ermöglichte, wird künftig nicht mehr kofinanziert – mit spürbaren Folgen für Kinder, Eltern, Erzieher*innen und die gesamte Region. Hintergrund ist die Entscheidung des Landes Brandenburg, entsprechende Bundesmittel nicht länger bereitzustellen.

„Nicht alle Eltern können im Homeoffice arbeiten oder haben kurze Wege. Wenn zur Arbeitszeit noch Pendelwege kommen, reichen acht Stunden nicht aus. Gerade im ländlichen Raum sind längere Betreuungszeiten oft notwendig. Wenn diese Finanzierung wegfällt, stehen Einrichtungen vor der Wahl: kürzere Öffnungszeiten oder überlastetes Personal – beides geht zulasten der Qualität“, sagte Dr. Anika Darmer von den Bündnisgrünen Dahme-Spreewald auf einer Podiumsdiskussion in Zeuthen.

Der Kita-Elternbeirat Dahme-Spreewald hatte am Freitagabend Expertinnen sowie Vertreterinnen aus Politik und Praxis zu der Veranstaltung „Kita & Hort zwischen Krise und Zukunft“ eingeladen. In der gut gefüllten Mehrzweckhalle in Zeuthen fand ein dreistündiger Austausch über die aktuellen Herausforderungen und Perspektiven der frühkindlichen Bildung statt. An der Diskussion beteiligten sich neben Anika Darmer unter anderem auch die Landtagsabgeordneten Elske Hildebrandt (SPD) und Falk Peschel (BSW), sowie Kreistagsvorsitzende Olaf Schulze (CDU), Stephan Wende (Linke) und weitere Politiker.

Nicht nur die Betreuungszeiten brannten vielen unter den Nägeln, auch die Rahmenbedingungen rückten zunehmend in den Mittelpunkt der Debatte. ‚Die Qualität der pädagogischen Arbeit steht und fällt mit den Fachkräften‘, sagte Darmer. ‚Wir brauchen multiprofessionelle Teams, um den Anforderungen in den Einrichtungen gerecht zu werden.‘ Dazu gehöre auch, ‚dass Vor- und Nachbereitung sowie die intensive Kooperation mit Jugendamt und Therapeut*innen endlich im Personalschlüssel berücksichtigt werden‘, forderte die promovierte Sonderpädagogin und sachkundige Einwohnerin im Ausschuss für Soziales, Bildung, Kultur und Familie der Gemeindevertretung Zeuthen.

Darmer mahnte außerdem an, die verfügbaren Mittel von Bund, Land und Kreis im Bereich Bildung zu belassen, statt damit andere Haushaltslöcher zu stopfen. Die Debatte zu den Elternbeiträgen müsse differenziert geführt werden. Sozial gestaffelte Beiträge seien ein solidarisches Instrument und sollten nicht vorschnell abgeschafft werden. „Die pädagogische Arbeit lebt von der Bindung zwischen Fachkraft und Kind“, sagte die zweifache Mutter aus Zeuthen. Die Diskussion um den Bildungsplan habe viele Praktiker*innen verunsichert. Dabei sollten diese auf ihre eigene Fachlichkeit und Erfahrung vertrauen. Eine bedürfnisorientierte Pädagogik werde häufig missverstanden, sie berücksichtigt nicht nur die Bedürfnisse jeden einzelnen Kindes, sondern auch die anderen in der Gruppe.