Betreuungsqualität in Lübben sichern: Bündnisgrüner Antrag für Kita- und Hortbetreuungsmonitor erstmals im Fachausschuss beraten

Am Montag, dem 2. März 2026, wurde im Bildungs- und Sozialausschuss der Stadt Lübben erstmals der Antrag der Fraktion SPD-Bündnis 90/Die Grünen zur Einführung eines jährlichen Kita- und Hortbetreuungsmonitors sowie zur Einrichtung des ständigen Arbeitskreises „Kita & Hort in Lübben“ beraten. Eingebracht wurde die Beschlussvorlage von Sarah Benke-Åberg, Stadtverordnete für Bündnis 90/Die Grünen und stellvertretende Vorsitzende der Fraktion SPD-Bündnis 90/Die Grünen. 

Ziel des Antrags ist es, die Betreuungssituation künftig systematisch, regelmäßig und transparent zu erfassen, um eine verlässliche Grundlage für politische Entscheidungen zu schaffen. Aufbauend auf diesen Daten soll ein trägerübergreifender Arbeitskreis eingerichtet werden, der die Ergebnisse auswertet und gemeinsame Handlungsempfehlungen entwickelt. 

Die Beratungen stießen auf großes Interesse: Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kitas unterschiedlicher Träger, Erzieherinnen und Eltern verfolgten die Diskussionen im Ausschuss. In der Einwohnerfragestunde unterstrich eine Elternvertreterin die Dringlichkeit des Anliegens und machte deutlich, wie belastend die derzeitige Planungsunsicherheit für viele Familien ist.

Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage, die auch in Kitas und Horten für Verunsicherung sorgt, geraten Betreuungsangebote und Personal zunehmend unter Druck.  „Familien brauchen Verlässlichkeit statt Improvisation, Planungssicherheit statt permanenter Ungewissheit“, betonte Benke-Åberg in ihrer Rede. „Diese Planungsunsicherheit bleibt nicht folgenlos. Sie belastet Familien organisatorisch, beruflich und emotional. Und sie trifft nicht alle gleichermaßen. Die größte Last tragen häufig die Frauen in den Familien. Sie fangen Ausfälle auf, reduzieren Arbeitszeiten oder stellen ihre beruflichen Perspektiven zurück.“

In der Sitzung wurden den Ausschussmitgliedern erstmals aktuelle Daten zur Betreuungssituation vorgelegt. Aus Sicht der Fraktion SPD-Bündnis 90/Die Grünen braucht es jedoch eine regelmäßige, vergleichbare und öffentlich nachvollziehbare Aufbereitung. „Eine transparente und vergleichbare Datengrundlage ist die Voraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und informierte Entscheidungen“, so Benke-Åberg. Der dafür vorgeschlagene Kita- und Hortbetreuungsmonitor soll personelle, pädagogische und infrastrukturelle Rahmenbedingungen ebenso berücksichtigen wie Geburtenzahlen und Zuzüge. Planungssicherheit sei dabei nicht nur für Familien entscheidend, sondern auch ein wichtiger Standortfaktor. „Unternehmen achten sehr genau auf die Qualität und Verlässlichkeit der Kinderbetreuung. Das ist ein echter Wettbewerbsfaktor für Lübben, gerade mit Blick auf Fachkräftegewinnung und -bindung.“

Der politische Impuls der Fraktion SPD-Bündnis 90/Die Grünen zeigt bereits Wirkung: Bürgermeister Jens Richter kündigte an, einen Arbeitskreis zum Austausch zwischen den Kita-Trägern initiieren zu wollen. Der Antrag soll am 4. Mai erneut beraten werden. Mit seiner Verabschiedung könnte Lübben zu einer der ersten Kommunen in Brandenburg gehören, die ein strukturiertes, datenbasiertes Instrument zur langfristigen Sicherung der Betreuungsqsqualität einführt.