Verantwortung statt Planlosigkeit: Lehren aus TKS-Insolvenz und Kita-Krise

Für die Beschäftigten der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing Lübben (Spreewald) GmbH (TKS) begann das Jahr mit einem Schock. Wegen der Insolvenz ihres Unternehmens wurden sie trotz jahrelanger Arbeit für die Stadt binnen Wochen arbeitslos. Besonders fassungslos macht die fahrlässige Planlosigkeit des Verfahrens: Verlässliche Informationen zu Fristen, Perspektiven oder sozialer Absicherung fehlten, Zuständigkeiten waren unklar, Aussagen widersprüchlich. Diese Situation belastet die Betroffenen psychisch wie existenziell. So darf eine Stadt nicht mit ihren Beschäftigten umgehen. Als öffentliche Arbeitgeberin und Eigentümerin der TKS trägt die Stadt Lübben eine soziale Verantwortung. Doch transparente Kommunikation, Einbindung der Beschäftigten und sozialverträgliche Lösungen blieben aus. Kritisch sehen wir auch die fehlende Beteiligung der Stadtverordnetenversammlung. Deshalb hat unsere Fraktion die Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald um eine rechtliche Prüfung gebeten. 

Die angespannte Haushaltslage der Stadt sorgt seit Monaten für Verunsicherung – auch in den Kitas und Horten, wo Beschäftigte und Eltern mit Unklarheiten und Personalkürzungen konfrontiert sind. Um künftig besser vorbereitet zu sein, haben wir einen Beschlussvorschlag eingebracht, der die Betreuungsqualität in Kitas und Horten langfristig sichern soll. Kern des Vorschlags ist ein jährlicher Kita- und Hortbetreuungsmonitor, der Daten zu Personal, Qualität, Belastungen sowie räumlichen Bedingungen erfassen soll, um eine transparente Grundlage für politische Entscheidungen zu schaffen. Ergänzend schlagen wir einen ständigen, trägerübergreifenden Arbeitskreis „Kita & Hort in Lübben“ vor, der Engpässe identifizieren und Handlungsempfehlungen erarbeiten soll. Ziel ist, dass die gestern noch händeringend gesuchten Fachkräfte nicht morgen wieder entlassen werden müssen.

Stephan Loge, Sarah Benke-Åberg, Larissa Wille-Friel
Fraktion SPD-Bündnis 90/Die Grünen

Erschienen am 13. Februar 2026 im Lübbener Stadtanzeiger