„Kita ist mehr als nur ein Gebäude“ und „Gemeinsam für unsere Kinder“ – diese Botschaften waren auf einer Demonstration von Eltern der Kita „Waldhaus“ zu lesen. Viele Familien sind wütend und verunsichert. Diese und zwei weitere Einrichtungen müssen umziehen. Die Eltern sind besorgt: Wie verkraften die Kinder den Wechsel? Was bedeutet er für den Familienalltag?
Die Stadt steht unter finanziellem Druck. Dass die Einsparungen nun den Bereich der Kinderbetreuung treffen, sorgt zurecht für Diskussionen. Aktuell gibt es in den 13 Einrichtungen eine Unterbelegung von rund 35 Prozent – das sind 269 Kita-Plätze, die die Stadt zusätzlich finanziert. Es war klar, dass hier Entscheidungen getroffen werden müssen.
Der Zeitpunkt für den Vorschlag der Verwaltung zur Umstrukturierung der Kita-Landschaft kam überraschend. Manche Eltern haben erst aus der Presse davon erfahren. Mit unserem Antrag für ein Kita-Hort-Monitoring und einen ständigen Arbeitskreis wollten wir diese Entwicklungen frühzeitig begleiten. Leider lehnten die Stadtverordneten ihn ab.
Mit frühzeitiger Elternarbeit und besserer Kommunikation hätte viel Verunsicherung vermieden werden können. Die Verwaltung war in den vergangenen Wochen ansprechbar und hat das Wohl der Kinder als oberste Priorität benannt. Sie hat Alternativen nachvollziehbar dargestellt. Das erkennen wir an.
Für uns ist klar: Die kommenden Wochen müssen verantwortungsvoll gestaltet werden. Kinder brauchen Unterstützung, um sich auf neue Orte einzustellen. Die Pädagoginnen und Pädagogen brauchen Rückhalt und verlässliche Rahmenbedingungen. Eltern müssen weiterhin eng in den Prozess eingebunden werden. Und künftig braucht es eine langfristige und transparente Planung der Kita-Landschaft – nicht erst dann, wenn der Druck bereits zu groß geworden ist.
Stephan Loge, Sarah Benke-Åberg, Carola Köhler
Fraktion SPD-Bündnis 90/Die Grünen
Erschienen am 12. Juni 2026 im Lübbener Stadtanzeiger